Auswandern nach Australien.- Wie ich mit Ängsten, Zweifeln und Sorgen umgehe.

Ich muss zugeben, langsam bekomme ich wirklich Angst.

Australien rückt immer näher und meine große Klappe wird immer kleiner.

Ich bin schon fast froh so eingebunden und beschäftigt mit der Vorbereitung und Arbeit zu sein, um gar nicht zu viel Zeit zum Nachdenken darüber zu haben, was ich da eigentlich gerade mache. Aber in so Momenten wie jetzt, frage ich mich genau das.

Was zum Teufel mache ich hier?!  

 

Es ist schon verrückt wie groß Angst werden kann und wie klein sie unsere Träume und Visionen dann werden lässt. -Wenn man sie erstmal zugelassen hat.

Meine Situation ist dieselbe, denn im Oktober ziehe ich nach Sydney und bleibe, wenn alles klappt, auch langfristig dort.

Aber der Termin rückt immer näher und damit wird das Ganze auch immer ernster.

Erst jetzt merke ich so langsam, dass ich das wirklich mache. Das ich wirklich auswandere und mein altes Leben hier aufgebe, um dort unten eines zu beginnen, von dem ich keine Ahnung habe wie es wird.

Diese Ungewissheit, über das was auf mich zukommt, war mit Abstand immer leicht zu ertragen. Und auch vergangene Reisen und Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe, waren anders und viel leichter zu meistern. Denn sie waren zumindest in meiner gewohnten Umgebung, oder ich wusste es ist nichts Langfristiges. Aber dieses Mal ist es anders.

Dieses Mal gehe ich nicht zu Besuch, oder nur für ein paar Monate runter, nein.

Ich will langfristig in Australien leben und arbeiten und meine Angst versucht gerade alles, um mich davon abzuhalten.

„Es geht dir doch gut hier! Du hast einen Job den du liebst, du hast tolle Freunde und deine Familie hier. Du bist glücklich. Schau mal wie viele tolle Dinge du auch hier erleben kannst.

Aber dort? Was wirst du machen, wenn es nicht klappt. Wie willst du dir dort einen neuen Freundeskreis aufbauen, oder deine Selbstständigkeit? Und selbst wenn es dann klappt, es wird doch nicht das gleiche sein,-oder?

Du wirst dich einsam fühlen und nicht mehr die Fary sein die du jetzt bist, hier bist. Da unten ist alles ungewiss, aber schau mal hier: Hier weißt du was du hast und es geht dir doch gut damit!“  

 

Das und noch so viel mehr spielt sich seit knapp 3 Wochen täglich in meinem Kopf ab und ich kann dir sagen, es macht mich  langsam wahnsinnig.

 

Ich weiß es ist ein großer Schritt, der ziemlich riskant ist. Und daher wäre es viel leichter hier zu bleiben.

Meine Angst hat es bereist geschafft, dass ich mittlerweile einen Heidenrespekt vor genau diesem bekommen habe und zweifle.

Ich mache mir Sorgen und frage mich, ob ich hier das richtige tue.

Manchmal frage ich mich auch, ob es meine Angst, oder eigentlich meine Intuition ist, die da mit mir spricht. Die schon weiß, dass es nichts für mich ist und ich es daher besser lassen sollte.

Was ist, wenn es so ist?

Wenn es nicht meine Angst ist von der ich weiß, dass das was sie mir sagt nicht stimmt sondern mich nur schützen will. Mich gleichzeitig aber auch ungemein limitiert.

Wenn es meine Intuition ist von der ich weiß,  sie lügt mich nicht an. Weil sie sowas wie ein siebter Sinn ist, der mehr als das ´hätte-wenn- und aber´ plant und durchschaut.

Was ist, wenn ich sie am Ende also überhöre, weil ich sie mit meiner Angst verwechsle. Die ich versuche aufzulösen, um meinen Traum zu leben?

Trotz all dieser zweifelnden Gedanken, Sorgen und Ängsten, versuche ich immer wieder an das Positive zu denken und daran wieso ich das ganze will.

Ich versuch mir auch schon den Druck zu nehmen in dem ich mir sage, dass ich zunächst ja erstmal nur ein halbes Jahr einplane. Um danach weiterzuschauen, ob es wirklich das ist, was ich will.

Ich versuche mich immer wieder, mich meiner Angst zu wiedersetzten und mir selbst einzureden, dass alles gut wird.

Und weißt du was? Das ist zur Zeit verdammt schwer!
Denn jedes Mal wenn ich das tue, meldet sich so eine kleine fiese Stimme in meinem Kopf die mir sagt:

„Natürlich rede es dir ruhig schön. Du weißt genau, dass es nicht klappen wird. Dass du Heimweh bekommst, so sehr, dass du zurück willst. Dass du dein Business gar nicht oder nur sehr schleppend aufbauen wirst. Und Am Ende einsam und allein am Strand sitzt und dir denkst ´wäre ich doch einfach zuhause geblieben´ .“

Das diese Gedanken im Grunde frei erfunden und kompletter Bullshit sind, weiß ich. Aber Logik hat neben Angst oft keine Chance.

Es ist, wie wenn man blind in eine Person verliebt ist, die einem alles andere als guttut. Man weiß genau, dass man gehen sollte. Weiß, was man zu tun hat/tun sollte. Und man weiß, was man seiner besten Freundin/dem besten Freund raten würde, denn rational gesehen macht das Ganze keinen Sinn.

Aber unsere Emotionen und Gefühle sind in solchen Situationen oft stärker. Und so bleibt man blind vor Liebe in einer Situation gefangen, anstatt sich zu lösen und das für sich richtige zu tun.

Oder man ist, so wie ich momentan, völlig blind vor Angst und daher unzugänglich für Realität und das was eigentlich ist. Vor allem aber blockiert man sich so langfristig für das Positive, den Optimismus und damit alles das was im guten Sinne sein kann.

„Das älteste und stärkste Gefühl ist Angst. Die älteste und stärkste Form der Angst, ist die Angst vorm Unbekannten.“

All das mache ich meist mit mir selbst aus. Denn ich merke, dass es anderen schwerfällt sich genau in meine Lage zu versetzen und nachzuempfinden, wie es mir geht und was sich in mir abspielt. Ich denke, dass könne auch nur die, die es selbst erleben/ erlebt haben. Und ich verstehe es, wahrscheinlich wäre ich nicht anders.

Doch so bekommt man die immer gleichen, liebgemeinten Ratschläge und aufmunternden Worte, anstatt das, was man viel eher braucht.-Verständnis.

„Du schaffst das schon! Du bist doch stark, du hast bisher doch auch immer alles gemeistert! Alles wird gut, mach dir keine Sorgen.;)“

Das sind wirklich liebgemeinte Worte. Aber vielleicht kennst du das, oft helfen sie einem nicht wirklich weiter. Letztlich weiß man ja sogar, dass man die Dinge und Herausforderungen am Ende selbst beschreiten muss, und zwar allein.

Keiner kann einem was abnehmen, oder dir wirklich helfen. Aber manchmal reicht einem ja auch schon ein wenig Verständnis. Oder besser noch, ein aufmunterndes Wort von einer Person, die das Ganze (oder ähnliches) bereits erlebt hat.

Tja, die gibt es in meinem Umfeld zur Zeit nicht, also heißt es Augen zu und durch.

Ich versuche es daher als neue Aufgabe zu sehen, an der ich wachsen darf.

´Always stay positive´-right!?

Mein Vater witzelt immer schon, dass ich doch einfach meine eigenen motivierenden Blogartikel lesen könnte.:D

Denn das ist es was man in solchen Zeiten braucht, um sein WARUM wieder größer werden zu lassen als die Angst.-Motivation.

Und am besten ganz viel davon.

Motivation, Mut, aufbauende Worte und der Glaube an einen selbst.

Tja, auch mal wieder auf der anderen Seite zu stehen zeigt mir erstmal wieder, dass es gar nicht immer so einfach  umzusetzen ist, was ich selbst gern predige.;P

Es ist nicht leicht! Es ist sch… schwer und es macht mir so sehr Angst (hatte ich das schon erwähnt:P). So sehr, dass ich schon oft genug darüber nachgedacht habe einen Rückzieher zu machen und alles abzublasen.

Ich fühle mich wie bei How I met your mother. In der Folge, wo plötzlich alles toll und wunderbar erscheint, nachdem man sich eigentlich dafür entschieden hat etwas zu beenden.

Aber ich weiß;

„To escape fear you have to go through it, not around.“

Das ist mir mittlerweile gottseidank wieder bewusst geworden. Es bringt nichts, die Angst wegzuschieben oder sie bekämpfen zu wollen. Man muss sie annehmen und einfach da sein lassen, um sie kleiner werden zu lassen.

„Mut bedeutet nicht, dass du keine Angst hast. Mut bedeutet, dass du dich vor der Angst nicht abhalten lässt.“

Selbst wenn alle schlechten Befürchtungen wahr werden und sich mein Traum nach nur wenigen Wochen oder Monaten in Luft aufgelöst hat. Muss und möchte ich diese Erfahrung machen. Und deshalb bin ich bereit sie auszuhalten und zu akzeptieren. Sie gehört nun mal dazu. Und ganz ehrlich; Wäre es nicht komisch, wenn sie nicht da wäre?

Und wie heißt es bei Whinny Pooh so schön?!

„How lucky I am to have something, that makes saying goodbye so hard.“

Wahre Worte, oder nicht?

Auch wenn mein WARUM momentan nicht immer präsent ist und ich nicht weiß, ob es das Richtige ist, was ich hier tue. Eines weiß ich:

Ich will in meinem Leben nichts bereuen, niemals! Denn:

„Fear ist temporary, regret is forever.“

Es kann also kommen was wolle, aber diese Herausforderung gehe ich an. Mit der Angst und Unsicherheit, dass es komplett in die Hose geht. Aber mit der Gewissheit, dass ich am Ende um eine Erfahrung reicher bin. Und mich niemals fragen werden muss, was wäre wenn?!

„Es gibt ein bleiben im Gehen, ein Gewinnen im Verlieren und im Ende einen Neuanfang.“

Genau so versuche ich meine Situation zu sehen. Versuche ich meine Angst anzunehmen und mit meinen Zweifeln und Sorgen umzugehen.

Es ist ok auch mal unsicher zu sein und auch unwohle Gefühle und Gedanken zu haben. Man muss nur lernen sie anzunehmen, zu akzeptieren und auch mal auszuhalten. Dann gehen sie von ganz allein wieder.

xx Farina