Als wir letzte Woche Donnerstag klettern waren, habe ich einen dieser ´Aha Momente´erlebt.

Einen dieser Augenblicke, die dir wie ein Geistesblitz durch den Kopf schießen und dir eine bestimmte Sache plötzlich ganz klar und deutlich erscheinen lassen. Obwohl du dachtest, dass du sie bereits längst begriffen hast, weil du sie schon zigmal in jeglicher Form gelesen und gehört hast.

Aber in diesem Moment verstehst du es wirklich, weil dein theoretisches Wissen durch ein praktisches Ereignis bestärkt wird.

Ich war gerade auf den letzten Zügen der 15 Meter hohen Kletterwand, als ich plötzlich den Halt verlor und abrutschte.

Sofort schoss mir Adrenalin durch meinen Körper und mein Herz fing an wie wild zu pochen.

Für eine Millisekunde dachte ich, ich falle.
Eine Millisekunde, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte und in mir einen ordentlichen Schock auslöste.

Tatsächlich war es nur ein winziger Augenblick und ich hang noch immer geschützt und sicher in meinem Klettergurt. Nur wenige Centimeter von der Kletterwand entfernt und noch immer auf derselben Höhe, auf der ich auch abgerutscht war.

Ich musste lachen.

Zum einen über mich selbst, weil ich mich für meinen viel zu lauten Angstschrei schämte, und zum anderen weil mir auf einmal wieder etwas klar wurde.

„Du kannst gar nicht fallen!- Du bist sicher!“
Nicht nur jetzt gerade und durch Paul, der unten stand und das Kletterseil fest in beiden Händen hielt, sondern generell.

„Vertraue und lass los.“

Bist du schon mal geklettert?

Dann kennst du dieses Gefühl sicher.

Das Gefühl ist irgendwie angsteinflößend und vitalisierend zu gleich, oder?

Von unten sieht doch alles viel leichter aus und auch gar nicht so hoch und beängstigend. Klettert man dann aber nach oben, hat man plötzlich das Gefühl den Mount Everest zu besteigen. Und nur zwei Meter wirken schon wie zehn.

Obwohl dein Verstand weiß, dass du gesichert bist steigt deine Angst. Denn dein Instinkt erkennt nur die Gefahr vor dem Fall.

Eine geringe Chance, doch sie besteht.

Aber warum begeben wir uns in solche Situationen?

Warum springen wir hunderte von Metern in die Tiefe, durch nichts gesichert als durch ein Seil?

Was bewegt uns dazu nur mit einem Fallschirm auf dem Rücken aus einem Flugzeug zu springen, auf die Gefahr hin, dass dieser nicht aufgeht?

Weshalb setzen wir uns in nervenaufreibende Fahrgeschäfte im Freizeitpark oder schauen uns gruselige Horrorfilme an. Obwohl wir wissen, dass sie uns Angst machen werden und unwohle Gefühle in uns aufbringen?

Wieso kündigen wir unseren Job, erfinden uns noch mal neu, machen eine Weltreise oder wandern aus und setzen alles auf eine Karte, um unsere Träume zu realisieren. Ohne zu wissen, ob es klappt?

Weil wir genau deshalb hier sind!

 

Wir lieben die Kombination aus Abenteuer und Angst, die uns den Nervenkitzel und Spaß in unserem Leben bringt.

Wir lieben den Adrenalinkick und das Gefühl, was am Ende in uns aufkommt, wenn wir uns etwas wagen.

„Das Leben beginnt da, wo die Furcht endet.“ -Osho

Der Mut den wir empfinden, wenn wir die Angst und Unsicherheit überwinden und stattdessen unsere Abenteuerlust und Risikofreude ausleben.

Denn dadurch fühlen wir uns lebendig und wie kleine Helden. Wir sind stolz und beflügelt, von all den positiven Gefühlen die der Mut und Nervenkitzel in uns auslöst.

Wir haben keine Kontrolle darüber, was tatsächlich passieren könnte. Das haben wir nie, egal wie banal die Dinge und Umstände auch sind. Aber in dem Moment ist es uns egal, weil wir auf unser Urvertrauen hören.

„Alles Wird gut posaunt das positive Denken. Alles Ist gut, flüstert das Urvertrauen.“

Unser Urvertrauen weiß bereits, dass wir es schaffen und keine Angst haben brauchen. Und deshalb flüstert es uns zu, es zu wagen.

Was wäre, wenn du dieses Vertrauen ab jetzt immer und in jeder Lebenslage hättest?

 

Wie würde dein Leben in einem Jahr von heute aussehen, wenn du von nun an immer an dich und deine Fähigkeiten glaubst. Und mit Zuversicht in die Zukunft blickst weil du weißt, dass dir gar nichts passieren kann?

Wenn du wüsstest, dass das Leben immer für dich ist, wäre dann nicht plötzlich alles möglich?

„What if I fall? Oh but Darling, what if you fly?“

Manchmal passieren uns im Alltag Dinge, die uns unbedeutend erscheinen und oft auch bleiben, wenn wir sie nicht weiter beachten. Aber wenn wir wirklich mal hinschauen erkennen wir, dass sie uns was sagen wollen.

In dem Moment als ich abgerutscht bin und gemerkt habe, dass ich nicht fallen kann wurde mir klar, dass sich das auch auf mein Leben beziehen lässt.

Meine aktuelle Situation ist wirklich nicht immer leicht und angenehm.

Ich habe meine Wohnung aufgegeben und 90% meiner Sachen verkauft. Somit besitze ich aktuell noch meine Kleidung, mein Auto und mein Makeup Kit.

Manchmal etwas beängstigend, oder?

 

Nicht unbedingt!

Das Klettern hat mir eine Sache wieder ganz bewusst gemacht:

Egal was ich bisher angegangen bin und was ich dafür vermeintlich auf´s Spiel gesetzt habe, ich bin noch nie ´gefallen´.

>>Ich bin nach der Schule nach Australien gegangen und habe 9 Monate in einer völlig fremden Familie gelebt, die ich bis dato nur über Skype kannte. Um am Ende ein zweites Zuhause am anderen Ende der Welt zu haben.<<

>>Ich habe eine Ausbildung angefangen und nach nur 1,5 Wochen abgebrochen, weil ich es Schrecklich fand. Um ein Studium anzufangen, was ich noch viel schrecklicher fand. Aber nur so konnte ich den Mut entwickeln endlich das zu machen, was mir wirklich Spaß macht. Und so habe ich letztlich eine Ausbildung begonnen, die mich erfüllt hat und mir den Weg zu meinem heutigen Traumberuf geebnet hat.<<

>>Ich habe Menschen getroffen, die mir unheimlich viel bedeutet haben, mir jedoch nicht gut taten. Und ich hatte Angst, dass wenn ich sie loslasse, ein Teil von mir fehlen wird. Um am Ende zu merken, dass ich erst vollständig wurde, als ich mich von ihnen abgewandt habe.<<

Und nun bin ich wieder am anderen Ende der Welt, in Sydney.

Da wo meine erste große Entscheidung, vor sieben Jahren, mein komplettes Leben verändert hat.

Da, wo mir mein Urvertrauen das erste Mal so richtig bewusst wurde und mir den Mut gegeben hat, neues zu wagen um zu wachsen.

Da, wo ich zukünftig leben und arbeiten möchte und dafür gerade alles andere aufgebe.

Und ich stehe vor dieser riesigen Herausforderung. Und fühle mich manchmal ganz winzig und klein, weil ich keine Ahnung habe wie ich sie angehen soll und ob ich es schaffe sie zu bewältigen.

… Um am Ende zu merken, dass …(?)

„Wenn du mutig genug bist ´Lebewohl´ zu sagen, wird das Leben dich mit einem neuen ´Hallo´belohnen.“

Das wissen wir. -Das weiß dein Urvertrauen.

Dafür bist du hier.

Wir sollten uns viel öfter in ´Gefahr´ bringen und mutig sein.

Wenn du wissen möchtest, was ich außerdem alles erlebe und in meinem Alltag hier unternehme, findest du hier einen neuen, spannenden Travel Beitrag.

Viel Spaß beim Lesen!