„Ich bin nicht mehr dieselbe, seitdem ich den Mond auf der anderen Seite der Welt gesehen habe.“

Welche Reise hat dein Leben verändert?

Es ist kein Mythos, dass Reisen uns und unser Leben verändert. Die vielen Erfahrungen und Erlebnisse die wir sammeln, ermöglichen uns zu wachsen und zu reifen und erweitern unseren Horizont ungemein.

Das Schöne daran ist, es ist immer zu unserem Vorteil! Denn selbst die weniger angenehmen Erfahrungen und Momente bereichern uns und formen uns zu dem Menschen der wir sind.

Es ist interessant, dass man das eigene Wachstum währenddessen erst überhaupt nicht wahrnimmt und es sich zunächst anfühlt, als wenn alles beim Alten ist.

Wenn du meinen Blog und Instagram verfolgst weißt du ja bereits, dass meine erste Australien Reise 2011 und nun vor allem mein letzter Aufenthalt im vergangenen Januar, viel Einfluss auf mich und mein Leben hatte. Denn ich gehe nun endlich meinen großen Traum an, in Sydney zu leben und zu arbeiten.

Ein gewaltiger Schritt, der viele Herausforderungen und Veränderungen mit sich bringen wird.

Ja, Australien ist und bleibt der ´Game Changer´. Kein Land hat mich je so gepackt und keine Reise je so geprägt. Doch mittlerweile ist mir klargeworden, dass erst die Summe aus all den Reisen, die ich in meinem Leben bereits gemacht habe, der Grund dafür ist warum ich die Person geworden bin die ich heute bin.

 „Es liegt eine Art Magie über dem Fortgehen, um dann völlig verändert zurückzukehren.“

Vor einer Woche bin ich, in Kapstadt, auf dem Weg vom Supermarkt zurück nachhause gewesen und habe die vergangenen 4 Wochen Revue passieren lassen. Dabei ist mir bewusst geworden, was sich in der letzten Zeit eigentlich alles verändert hat.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob es sich ausgezahlt hat nach Kapstadt zu gehen. Und das leider nicht buchstäblich, denn auch diese Reise war eine reine Investition, die mich Geld gekostet hat statt es mir einzubringen.

Viel mehr ging es um die Frage, ob ich die Zeit schlau und sinnvoll nutze, um mich berufliche weiterzuentwickeln. Und ich muss gestehen, dass es sich zwischenzeitlich nicht danach angefühlt hat.

Denn irgendwie lief alle anders als gedacht.

Aber fangen wir von vorne an…

In den letzten 2 Monaten habe ich einen riesen Sprung gemacht und so viel dazu gelernt.

Ich habe zwei Kontinente bereist und insgesamt 29,600 km zurückgelegt, (Wow, ich muss Flugmeilen sammeln! Ein Uprade winkt mir praktisch jetzt schon zu.:D).

Ich habe Chancen und Möglichkeiten ergriffen, die mich in vieler Hinsicht weitergebracht haben. Und habe sowohl beruflich als auch privat Momente erlebt, die mich sehr geprägt haben.

Kapstadt spielt dabei eine große Rolle.

Über den Deutschen Winter fliehen ca. 90% der Fotografen, Models und Makeup Artists ins sonnige Kapstadt, um hier zu arbeiten. Und dieses Jahr war auch ich dabei. Ich habe mir für einen Monat ein Airbnb gemietet, um von hier aus Shootings zu organisieren die der Aufwertung meines Portfolios dienen sollten. Und da in Kapstadt jeder das gleiche Ziel verfolgt, ist es unheimlich leicht Kontakte zu knüpfen und tolle Bilder zu machen.

Du musst wissen, dass mein Portfolio meine Referenz, und damit die Eintrittkarte für Jobs ist. Daher sollte es immer auf dem neusten Stand sein. Denn keiner fragt nach einem Lebenslauf oder will ein Diplom sehen. Der Kunde möchte sehen, was man kann und das zeigt man durch Bilder der eigenen Arbeit. Es kommt natürlich immer gut an auch international zu arbeiten und unterwegs zu sein und so konnte ich mit der Reise gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Langfristig möchte ich mein Portfolio so aufbauen, dass ich mit Kusshand von australischen Agenturen aufgenommen werde und so      an   die ganz großen Beauty & Fashion Kampagnen gelange.

Das war der Plan und darauf habe ich mich gefreut, denn es würde mich meinem großen Ziel, SYDNEY, wieder ein Stück näherbringen.

Allerdings war die anfängliche Euphorie nach ein paar Tagen verflogen und ich war frustriert, als die Dinge nicht ganz laufen wollten wie gedacht.

Nachdem ich eine so wunderbare und erfolgreiche Zeit in Sydney hatte und mit viel Power und Tatendrang zurückgekehrt bin, hatte ich angenommen mit eben dieser Energie in Kapstadt weiter zu machen.

Ich hatte angenommen auch hier täglich 120% zu geben und durch meine Erfahrung aus Sydney noch viel schneller an viel mehr Shootings zu kommen.

Außerdem dachte ich, dass ich hier ebenfalls mit so viel Feuer und Leidenschaft bei der Sache sein werde wie in Down Under.

Aber irgendwas war anders. Mein Ehrgeiz und meine Motivation wollten scheinbar lieber Urlaub machen und haben sich daher nicht wirklich oft gezeigt.

Ich habe gemerkt, dass mir alles schwerer viel und habe zudem mein Leben in Sydney sehr vermisst. Das wiederum hat mich wütend gemacht, denn ich kam mir undankbar vor und konnte letztlich die anfängliche Zeit in Kapstadt nicht so genießen wie gedacht.

Dabei ist die Stadt so wunderschön und hat ihren ganz eigenen Zauber. Hier fühlt man sich so frei und unbeschwert. Der Lifestyle und die Menschen sind total locker und ´easy going´, nach dem Motto:

„Kommst du heut nicht, kommst du morgen.“

Nur war genau das wahrscheinlich mein Problem.

Denn sonst lebe ich ja eher nach dem Motto ´work hard- play hard´ und gebe lieber mehr als zu wenig.

Ja, ich bin ein sehr ambitionierter Mensch und wenn ich mir etwas vorgenommen habe gehe ich es an, komme was wolle. Deshalb fällt es mir umso schwerer, wenn ich meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Und so zieht es mich schnell runter, wenn die Dinge nicht laufen wie ich es mir vorgenommen habe.

Eine Eigenschaft die mich oft sehr streng mit mir selbst sein lässt und mir oft mehr Druck und Stress als nötig macht.

Doch Kapstadt hat mich gelehrt, dass ich nicht immer mit dem Kopf durch die Wand muss, sondern auch mal ausprobieren sollte außen rum zu laufen.

Ich habe ich es mir dann endlich eingestanden, dass der Kapstädter Lifestyle mich gepackt hat und habe ihn sogar lieben gelernt. Vor allem aber habe ich es einfach mal hingenommen, eine Weile nur 80% zu geben.

Du lachst jetzt vielleicht, aber ja das fiel mir wirklich schwer. Ich hatte das Gefühl zu wenig für meinen Traum zu tun und am Strand meine Zeit zu vergeuden, statt sie sinnvoll mit Arbeit zu verbringen, um weiterzukommen.

Doch irgendwann dachte ich ´fuck it´. Es hatte keinen Sinn mehr, mich selbst zu stressen und deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben. Denn es änderte nichts an meinem geringeren Energielevel.

Stattdessen habe ich es akzeptiert, dass ich nicht immer ganz oben mitspielen kann und auch nicht muss. Und dass es sogar nötig ist auch einfach mal 1-2 Gänge runter zu fahren und relaxter zu sein.

Und wer außer mir selbst erwartet eigentlich ständige Produktivität?

Richtig, keiner!

Ich habe also gelernt die Ruhe, Gelassenheit und entspannte Atmosphäre in vollen Zügen zu genießen, anstatt sie zu verteufeln und für meine weniger produktive Lebensweise verantwortlich zu machen. Und schließlich habe ich es echt genossen da ich wusste, dass die kommenden Monate hart genug werden und noch genug Stress auf mich zukommt. Eine kleine Pause konnte ich daher gut gebrauchen.

 

„The Spirit of Cape Town.“

Ja diese Stadt packt dich einfach und holt Eigenschaften in dir hervor, die du sonst eher weniger an den Tag legst. Und das ist gut so gewesen! Mehr Ruhe, Gelassenheit, kein Stress, kein Druck, einfach nur sein und die Dinge geschehen lassen. Ich denke das ist genau das, was ich nach 4 intensiven Wochen in Sydney gebraucht habe.

Tolle Shootings habe ich dennoch gemacht, aber nebenbei noch viel mehr gelebt als ich es mir in Sydney erlaubt habe.

Ich denke jeder muss seinen eigenen Rhythmus finden und sollte schauen, welche Arbeitseinstellung sich richtig anfühlt und einen, ohne auszubrennen, vorantreibt.

Im Nachhinein bin ich sehr dankbar, dass mir Kapstadt etwas den Wind aus den Segeln genommen hat und mich hat ruhiger werden lassen.

Zukünftig werde ich weiterhin fokussiert mein Ziel verfolgen. Ich werde weiterhin meine heißgeliebte Bücher zur Persönlichkeitsweiterentwicklung lesen, mir motivierende Youtube Videos anschauen und mir Blogbeiträge von Menschen durchlesen, die schon da sind wo ich hin möchte. Nur entspannter, denn;

„Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben.“

Erfahre hier, was ich alles in Kapstadt erlebt habe und warum ich dir die Stadt als Reiseziel nur wärmsten empfehlen kann. Es warten viele interessante Sehenswürdigkeiten, atemberaubende Strände und die besten Restaurants auf dich!

Viel Spaß beim Lesen.:)