Und manchmal müssen wir aufgeben und loslassen und uns von all dem lösen, was wir so verzweifelt versuchen festzuhalten, weil wir so große Angst vor der vermeintlichen Niederlage und Enttäuschung haben, von der wir denken, dass sie uns zerreißen wird, wenn wir nicht weiterkämpfen. Um zu merken, dass wir bereits an der letzten Treppenstufe klammern und uns nichts mehr passieren kann, da unsere Füße längst wieder Boden berühren.

„Wenn du ganz unten bist, führt der einzige Weg wieder nach oben.“

Ich habe lange nachgedacht, ob ich diesen Post schreiben und veröffentlichen soll, da ich nicht wusste ob ich so tief und persönlich gehen kann und soll. Aber in den letzten zwei Wochen durfte ich Erfahrungen machen, die mich wirklich mehr als an meine Grenzen gebracht haben. Mir Lektionen erteilt und Energie abverlangt haben, wo ich nicht mehr wusste woher ich diese noch nehmen soll.

Ich war verzweifelt, besorgt, beängstigt, traurig und hab mich unheimlich einsam gefühlt. Vor allem aber wusste ich nicht mehr was ich noch tun kann, um all das nicht mehr zu fühlen, zu denken und zu leben. Und habe dadurch irgendwann einfach nur noch auf ´Überlebensmodus´ geschaltet um die Situation, so wie sie war, auszuhalten. Um irgendwie klarzukommen und einfach zu funktionieren, weil ich dachte, dass ich es sonst nicht anders aushalten würde. Weil ich dachte, Schwäche zeigen würde mich in die Knie zwingen und dann würde ich nicht mehr hochkommen.

„Manchmal kann man nichts machen, außer weiter.“

Ich möchte euch durch meinen Blog erreichen. Ich möchte euch nicht nur mit auf meinen Weg nehmen und euch durch meine Erfahrungen und Erlebnisse entertainen, sondern viel mehr inspirieren und motivieren. Euch damit helfen und etwas in euch bewegen, sodass ihr einen Mehrwert hieraus schöpft. Und das nicht nur aus den tollen, positiven Ereignissen und Posts.

Denn wachsen tut man bekanntlich an den Herausforderungen und schwierigen Zeiten im Leben. Und deshalb habe ich mich entschieden euch auch diese nicht vorzuenthalten und offen zu legen. In der Hoffnung den, der es gerade braucht, zu erreichen. Und wissen zu lassen, dass du nicht allein bist, denn wir haben alle unser Päckchen zu tragen. Und dennoch schaffen wir es alle tagtäglich das Beste daraus zu machen und unseren jeweiligen Weg zu gehen.

„Egal wo du bist, wenn du in den Himmel schaust, schauen wir alle in den Selben.“

Wenn du meine Reise der letzten Monate verfolgt hast weiß du bereits, dass ich mich Anfang des Jahres dazu entschieden habe zuhause alle Zelte abzubrechen, um in meinem absoluten Traumland, Australien, noch mal ganz von vorn anzufangen.

Und so habe ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen und alles in Gang gesetzt, um endlich zu leben, wovon ich so lang nur geträumt habe.

 

 

And here I am, zwei Wochen nach Ankunft, und noch völlig geplättet und überrollt von alle den Ereignissen die seitdem passiert sind.

 

Ich hatte es mir wirklich so schön ausgemalt. Ich dachte, alles wird genauso wie ich es mir wünsche. Dass sich meine Arbeit und Planung der letzten Wochen auszahlt und bemerkbar machen würde und ich dieses spannende Leben starten kann, was ich mir vorher gedanklich zurechtgeschustert hatte.

Schließlich wusste ich was mich erwartet, denn am 1.10.2018 stieg ich bereits zum 6 Mal in meinem Leben in den Flieger nach Sydney.

Ich kannte die ´Ups and Downs´, die das Leben Down Under mit sich bringen kann, schließlich hatte ich sie schon oft genug erlebt. Ich wusste, dass auf harte Zeiten tolle folgen und ich wusste damit umzugehen.

Ich war wirklich auf alle Eventualitäten und Ereignisse vorbereitet.

Nur nicht auf das, was das Leben tatsächlich für mich bereit hielt.

„Leben ist das was passiert, während du damit beschäftigt bist Pläne zu schmieden.“

Der Plan

Ich sollte in Sydney ankommen, würde die ersten 2-3 Wochen in Bondi leben und mir von dort aus in Ruhe eine Bleibe und einen Job suchen. Am 15.10 würde die Uni anfangen, was perfekt wäre, da ich bis dahin bereits den Jetlag überstanden hätte und die wichtigsten Angelegenheiten geklärt wären.

Und dann würde es beginnen, mein Leben Down Under. Ich würde meine tägliche Morgensession, in der Yogabar, mit einer Meditation am Strand abschließen. Würde zur Arbeit gehen und mir nebenbei, nach und nach, mein eigenes Geschäft als Hair & Makeup Artist aufziehen. Würde mich hier toll einfinden, neue Freundschaften schließen und meine Freizeit am Strand genießen.

So war der Plan, aber so sollte es nicht sein…

 

Im Nachhinein ist mir bewusst, wieso es gekommen ist wie es kommen musste und ich bin sogar dankbar dafür. Vielleicht fällt es mir dadurch auch leichter darüber offen und ehrlich zu schreiben, weil ich meine Lektion gelernt habe und mich wieder auf dem richtigen Weg befinde.

 

Aber hart war es dennoch und hier ist warum:

Heute ist der 16.10.2018, am 1.10 kam ich hier an und gestern erst ist der Knoten geplatzt, der mich fast hat verrückt werden lassen.

Einfach war der ganze Schritt schon lange nicht mehr, darüber hatte ich in einem vorherigen Post bereits berichtet. Wo man zu Beginn noch selbstsicher und voller Tatendrang ist, wächst die Angst vor der Veränderung mit jedem Tag der vergeht. Mit jedem Tag, der diese einschneidende Veränderung näher rücken lässt und dir bewusst macht, dass du das hier wirklich tust!

Und ja immer wieder hat man auch Momente der Vorfreude, in denen die Angst einen verlässt und der Mut zurückkehrt. Und man voller Zuversicht auf all die Dinge blickt, die einen erwarten.

„It´s a bit like a roller coaster. There are lots of twists and turns, and some of the hills are a bit scary, but you stay on the ride just to feel the thrill of that fall again.“

Aber es ist wirklich kräftezehrend und anstrengend, all diese Hochs und Tiefs der verschiedenen Gefühlslagen zu durchleben. Irgendwie fühlt man sich permanent ´zwischen den Stühlen´, denn man ist weder hier noch da unten ganz dabei. Man befindet sich in Warteschleife und weiß, alle Gefühle und Gedanken die kommen, muss man einfach aushalten, denn was willst du sonst tun?

Meine beste Freundin sagt immer so schön:

„Du musst es auch mal so sehen, da kannst du jetzt auch nichts machen.“ 😀

(Danke Isi, für diesen weisen und lebensverändernden Ratschlag!:*:D)

Während man gedanklich bereits am anderen Ende der Welt ist, ist man physisch noch hier und nimmt mental bereits von allem und jeden Abschied. Bereitet sich vor und fühlt sich irgendwie ziemlich verloren in dieser ´Zwischenwelt´.

Vielleicht kennst du das Gefühl. Das Gefühl nirgends mehr so richtig reinzupassen und dazuzugehören, weil du selbst deinen Platz noch nicht gefunden hast, in dieser neuen Situation, Rolle, Chance.

Nichts ist uns wichtiger als unsere Integrität. Und so fragt man sich, wer bin ich hier? Um zu wissen wer man dann dort sein wird.

Um festzustellen, dass die Veränderungen, die sich abspielen, nicht nur das Außen, sondern besonders die Innenwelt beeinflusse und es auf diese Frage keine Antwort gibt, da alles ´was sein kann´ nur eine Illusion von dem ist, was dann tatsächlich ist. Doch Fakt ist, der/die Gleiche wird man nicht mehr sein!

„Du musst das Leben, dass du geplant hast aufgeben, damit du das Leben führen kannst was auf dich wartet.“

 

Tja, so war diese Zeit, allein emotional gesehen, wirklich sehr schwer für mich. Da ich alles auch immer irgendwie doppelt und dreifach durchlebe und empfinde und mir ohnehin schon immer viel zu viele Gedanken mache, um alles was war, ist und kommt.

 

Und so bin ich vor zwei Wochen ziemlich ausgelaugt, müde und erschöpft und definitiv mit zwei weinenden Augen in den Flieger gestiegen.

Da ich so überwältigt von allem war und gespürt habe, wie sehr ich in dieser Situation eigentlich Halt und Sicherheit gebraucht hätte, anstatt das Abenteuer und die Ungewissheit, die mir geboten wurden.

Meine, sich ständig ändernden, Emotionen hatten mich ziemlich dünnhäutig und unsicher werden lassen. Letzteres besonders daher, weil man permanent zu verstehen versucht, was da gerade abgeht.

Im Außen, im Innen, gedanklich und gefühlsmäßig. So ist der Mensch, er möchte verstehe und begreifen. Möchte Kontrolle und am besten morgen schon wissen, was übermorgen passiert. Aber hier ging es nicht, denn das hier war größer, und das wusste ich. Und dadurch wusste ich auch, dass all diese komischen und neuen Emotionen einfach ausgehalten werden mussten, egal wie unangenehm und schmervoll sie teils waren. Ich merkte, dass ich alles andere als Herr meiner Lage war. Und so galt:

„Aushalten, atmen, ignorieren, weitermachen.“

Doch wie lang geht das gut?

 

In meinem Fall ein paar Wochen, zwei davon In Australien. Bis ich nicht mehr konnte und alles aus mir rausgebrochen ist, was ich so lang unterdrückt hatte.

 

Ich weiß ich weiß, man kann sich jetzt denken Fary, das hast du doch so gewollt und du warst doch auch immer so cool damit. Richtig, habe ich und war ich auch. Aber hey, ich bin auch nur ein Mensch, der all das hier gerade zum aller ersten Mal erlebt. Der mit diesem Schritt die wohl mutigste und einschneidenste Entscheidung seines Lebens getroffen hat. Und Mut bedeutet nicht, keine Angst, keinen Respekt und keine Sorgen und Zweifel zu haben. Sondern eben nur, dass man es dennoch tut. (Wenn auch nur noch ganz klein mit Hut.;))

1.10

In Sydney angekommen, wäre ich am liebsten gleich im Flieger geblieben, um wieder mit zurück nachhause zu fliegen, so unwohl fühlte ich mich bei all dem.

 

 

Ich fühlte mich dem Ganzen einfach nicht mehr gewachsen und stand völlig neben mir. Ich zweifelte meine Entscheidung, zuhause alles für ein dickes fettes Fragezeichen aufgegeben zu haben, an.

Ich war plötzlich nur noch ganz klein mit Hut und wollte am liebsten zurück ´auf Mamas Schoß´, um mich geborgen und sicher im großen Unbekannten zu fühlen.

Denn diesmal war alles anders, diesmal wollte ich bleiben und so war der Druck groß. Nicht im Außen, aber in mir. Ich wollte es schaffen und es mir selbst beweisen und ich merkte, dass ich keine Ahnung hatte wie und am liebsten kapituliert hätte. Um mir das nicht einzugestehen, spielte ich stark und machte mir vor, alles sei ok so wie es ist. Da ich ähnliches doch schon mal erlebt und ´überlebt´ hatte.

Also stell dich nicht so an, das wird sich schon legen und schon bald ändern! Ein wenig Heimweh und schlechte Gefühle, wer kennt das nicht.

Jaja, herunter spielen kann ich die Dinge gut, wenn es darum geht mein Ego zu erhalten.

Zur gleichen Zeit dann hat es sich leider auch ergeben, dass ich mir früher als geplant eine neue Bleibe suchen musste und ich plötzlich keine Unterstützung mehr, durch noch eine weitere Person, hatte.

Und mich nicht mehr nur noch allein und irgendwie isoliert von mir und der Außenwelt fühlte, sondern es auch tatsächlich war.

Ich war völlig auf mich allein gestellt, was definitiv nicht Teil des Plans war! Was war hier los? Ich wusste es nicht und wusste daher auch nicht damit umzugehen.

Aber irgendwann fragte ich nicht mehr, sondern handelte einfach und suchte mir so, in kürzester Zeit, das nächstbeste Airbnb. Um die nächsten Tage erstmal ´ irgendwie´ klarzukommen.

Wohl wissend, dass ich alles andere als zurechtkam. Aber wenn man plötzlich in eine unvorhersehbare Situation geschmissen wird, funktioniert man nur noch, weil man sich alles andere nicht leisten kann.

„Du weißt nie wie stark du bist, bis stark sein deine einzige Option ist.“

 

So saß ich da, allein, ohne festen Wohnsitz, ohne Job, ohne Familie und Freunde und nahm Tag für Tag hin, so wie er kam.

 

Am liebsten hätte ich aufgegeben und wäre nachhause gekommen. Ich war so traurig und gleichzeitig wütend, weil ich nicht akzeptieren wollte was war. Dass meine Erwartungen und Vorstellungen von dem, wie es sein sollte, so fernab der Realität waren, war für mich nicht zu begreifen.

Ich machte weiter, weil ich mir die Blöße nicht hätte geben können. Nicht einmal vor den anderen, sondern eher vor mir selbst nicht.

Das kann es doch nicht gewesen sein! Keine zwei Wochen im Land und schon hast du Rock Bottom erreicht und willst einen Rückzieher machen? Weil die Dinge anders gekommen sind, als geplant? Reiß dich zusammen Fary und steh für dich und deine Träume ein!

Spielte sich ein Teil in mir ab, während der andere winzig klein und zusammengekauert in der Ecke saß und aus dem Spieleparadies abgeholt werden wollte.

Stur wie ich bin und getrieben vom Ehrgeiz suchte ich mir schon bald eine neue Bleibe, da mein derzeitiges Airbnb recht teuer war und auch nicht die Beste Lage und Möglichkeiten versprach.

Weißt du, erst in solchen Momenten merkt man wie wichtig eine Base ist/ ein Zuhause.

Wie ein Normade von A nach B reisen ´is all fun and games´, bis es nicht mehr deine freie Entscheidung und teil des Reisens ist, sondern deine einzige Option wieder irgendwo unterzukommen und Tag für Tag zu überstehen. Um sich selbst wenigstens etwas Halt, in einem anderen Land und völlig aussichtslos scheinenden Situation, zu geben.

9 Tage hatte ich in dieser neuen Unterkunft. Neun Tage, um mir ein langfristiges Zuhause zu suchen, einen Job zu finden und endlich wieder einen roten Faden in all dem zu sehen. Ich atmete auf, weil ich froh und dankbar für die Zeit war, die ich mir damit selbst geben konnte. Alles erstmal sacken zu lassen, runterzukommen und mich neu zu sortieren.

Die Rechnung hatte ich allerdings ohne Sydneys Wohnungsmarkt gemacht, der mir in die Karten spielte und mich immer wieder nach rechts und links blicken lies, um die versteckte Kamera zu suchen, die ich zu finden hoffte. Denn langsam konnte das alles doch einfach nur noch ein schlechter Scherz sein!

 

 

Was zum Teufel passierte hier gerade?

 

„Es sind nicht die Umstände die uns enttäuschen, sondern die nicht erfüllten Erwartungen die wir haben.“

Ich war gerade erst umgezogen, auf einen anderen Kontinent, ans andere Ende der Welt. Hatte alles hinter mir gelassen, um einen Traum zu jagen, von dem ich nicht wusste ob und wie er funktioniert. Und als sei all das noch nicht schwer genug, durchlief ich gleichzeitig auch noch eine Trennung, die auch so schon schwer genug gewesen wäre. Doch all das, auch noch weit weg von zuhause, 16400km entfernt von Freunden und Familie, die einen normalerweise den Rücken stärken, aufmuntern und ablenken können, war einfach zu viel für mich.

Eine Wohnung wollte sich einfach nicht finden, da immer irgendwas war, das nicht passte, oder eine Absage kam. Und klar hätte ich auch die nächstbeste nehmen können. Aber ich kenne mich, ich muss mich wohlfühlen, brauche ein Zuhause, einen Wohlfühl- und Rückzugsort. Zudem wollte ich eine langfristige Base, denn es macht echt keinen Spaß, mit zig Sachen im Gepäck, von A nach B zu ziehen. Wenn diese auch noch gefühlt 6749173981720 kg wiegen.

Und sich schon beim Einzug mental auf den Auszug vorbereiten zu müssen, weil man auch hier wieder nur ein paar Tage oder Wochen bleiben würde, wollte ich nun wirklich nicht.

Nein die Situation sollte sich bessern und dafür brauchte ich endlich Beständigkeit, zumindest in einer Sache!

Beständigkeit die ich mir, wie ich in dieser Zeit merkte, selbst nicht geben konnte. Aber so sehr gebraucht hätte.

So suchte ich weiter und weiter. Bekam Absagen oder musste selbst absagen. Kehrte abends nachhause zurück, um weiter nach Wohnungen zu schauen und bewarb mich gleichzeitig auf Jobs. Denn Wohnungen wollen auch bezahlt werden und mit ca. 250-400$ die Woche, muss man da schnellstmöglich gucken wo man bleibt.

 

 

Mein Alltag war ein eingespielter Ablauf von Dingen die getan werden mussten. Und der Traum, für den ich hierhergekommen war, war irgendwie eher zum Albtraum geworden.

Es war kaum auszuhalten und fühlte sich nicht gut an, meine Emotionen und wahren Gefühle zu ignorieren, weil in mir eigentlich die Hölle los war und all diese Energie endlich raus wollte.

Aber ich dachte ich würde es noch weniger aushalten, wenn ich all meine Verzweiflung, Angst, Trauer, Wut und Enttäuschung rauslasse. Denn wenn es jetzt schon kaum zu ertragen war, würde es mir komplett den Boden unter den Füßen wegreißen, -dachte ich…

15.10

Yea, der erste Tag an der Uni stand an. Das ist…macht so viel Spaß hier!

Wir alle kennen die Phasen, in denen es uns elend dreckig geht und wir uns am liebsten für Tage und Wochen zuhause einbunkern würden, bis der Sturm an uns vorbeigezogen ist und wir wieder Kontakt zur Zivilisation aufnehmen können. Bis dahin denken wir brauchen wir ihn nicht, wollen wir ihn nicht und daher soll uns auch bitte jeder einfach nur in Ruhe lassen. Denn nichts ist ekliger, als im Außen so zu tun als sei alles fein, wenn die eigene Welt gerade dabei ist zusammen zu fallen. Und wo man sich selbst meist noch gut einen vorspielen kann, wird es in der Interaktion mit anderen immer schwerer die eigene Fassade aufrecht zu erhalten.

Doch so ist das nun mal, wenn man Erwachsen ist. Dann agiert man nach dem Motto ´lächeln-aushalten-weitermachen´, weil man sich die Blöße nicht geben will und es ja irgendwie auch keinen was angeht, geschweige denn wissen soll. Und so hält man die Lüge aus die man da lebt, um dem Schein nach außen zu bewahren.

Ich glaube das war es letztlich auch, was mir den letzten Kick gegeben hat.

In dem ich mich zwingen wollte, ´happy und normal´ zu sein, wollten sich meine eigentlichen Gefühle nur noch mehr ausdrücken. Und so wurde es immer schwerer diese zu unterdrücken und zu ignorieren. Bis es abends beim Sykpen nur noch einen einzigen Blick meiner Mutter brauchte und ich völlig verzweifelt und aufgelöst in Tränen ausbrach.

Da waren sie, all die angestauten Emotionen, die ich so lang unterdrückt hatte.

 

 

Die pure Verzweiflung, Überforderung, die Scham, die Verletztheit, die Trauer, die Wut, die Angst und Hilflosigkeit. Alles brach wie ein Wasserfall aus mir heraus.

Wovor hast du noch Angst Fary? Lass doch einfach los. Gib doch einfach mal auf und gestehe dir ein, dass du nicht mehr kannst. Dass du keine Kraft mehr hast und nicht mehr kämpfen kannst, weil dein Akku seit Wochen leerer als leer ist. Es ist ok! Es ist alles gut, es passiert dir nichts, wenn du loslässt.

True…

Und so erkannte ich leicht schmunzelnd:

„Considering to how my life has been going lately, it turns out that ROCK BOTTOM has a basement.“

Als ich alle Krokodilsträhnen geweint hatte und alle, mir so unfair erscheinenden, Dinge losgeworden war. Merkte ich, dass es mir bereits besser ging.

(Mein eigenes Fenster im Bildschirm ignorierte ich dabei gekonnt, denn bei dem verheulten Maulwurfsgesicht hätte ich sonst wahrscheinlich gleich wieder angefangen zu weinen.:D)

Vor allem merkte ich aber, dass meine Mutter recht hatte.

 

Es geht nicht tiefer als tief. Und wo mein Motto sonst immer lautet, aufgeben ist keine Option, war es jetzt meine einzige Chance wieder klarzukommen und mich zu fangen.

Cause:

„When we hit the lowest point, we are open to the greatest change.“

Ich musste nichts mehr beweisen, ich musste nicht mehr stark sein und musste nicht mehr so tun als ob, wenn nichts war wie es sein sollte. Ich musste nicht mehr kämpfen und ich musste nicht mehr überleben. Ich hatte bereits für mich gesorgt und so ging es mir vorerst gut. So konnte ich endlich einfach akzeptieren was war und die Situation auch genauso annehmen.

Sie war zwar einfach nur scheiße, sagen wir wie es ist, aber das war ok.

Und indem ich das tat, löste sich endlich der festgezogene Knoten in mir, der mir zuletzt fast die Luft zum Atmen geklaut hatte. Und mit ihm lösten sich alle Hoffnungen und Erwartungen, an all das was sein sollte, aber nicht war. Und alles durfte einfach nur sein.

Und weißt du was das Witzige ist? Am gleichen Abend hatte ich noch zwei Wohnungsbesichtigungen zu denen ich, unübersehbar verheult aber so gut es ging zurecht gemacht, hin ging.

(Denn meine Oma hat immer gesagt, wenn es einem scheiße geht, muss man ja nicht auch noch so aussehen!)

 

Zu verlieren hatte ich eh nichts mehr. Jetzt konnte ich auch noch zwei weitere Absagen einstecken. Und daher war es mir egal, dass ich an diesem Abend kein Strahlemann war, sondern einfach nur ich. Fix und fertig, aber wieder mehr im Reinen mit mir selbst.

Und so wollte ich die Eindrücke einfach nur mitnehmen, da sie hilfreich für die weitere Suche sein könnten,-dachte ich mir. Und so ging ich unbedarft hin und war dabei, nach Wochen, endlich einfach nur noch ich selbst und damit authentisch. Versuchte weder wem zu gefallen, noch wen zu beeindrucken. Vor allem aber mich selbst nicht, weil ich mich so annahm wie ich war. Weil ich mich so lieb haben konnte wie ich war. So verletzlich, schwach und leer wie ich in diesem Moment war.

„When you accept yourself, the universe accepts you.“

So wahr, so wahr!

Two out of two boten mir das jeweilige Zimmer an, was ich besichtigte. Und nur einen Tag nach meinem Zusammenbruch sitze ich hier und kann wieder lächeln. Nicht nur, weil ich ein wunderschönes Zimmer mit eigenem Bad gefunden habe, sondern auch, weil ich wieder ein Stück mehr zu mir selbst gefunden habe.

Ich habe angenommen was ist und habe mich angenommen wie ich jetzt gerade bin, wer ich gerade bin. Und habe verstanden, dass alles wie es ist ok und richtig ist. Habe meine Erwartungen an mich selbst fallen lassen und mir erlaubt einfach wieder nur zu sein.

Und so gefalle ich mir selbst so so so viel besser!

„The worst loneliness is not to be comfortable with yourself.“

Ja, das habe ich die vergangenen Wochen gemerkt, in denen ich nicht mehr ganz zu mir selbst gestanden habe. Und ich habe erkannt, dass ich die unperfekte und oft auch unsichere Fary, die ich so lang unterdrückt habe, viel lieber mag. Weil sie echt ist, weil sie sich selbst mit all ihren Macken und Fehlern treu bleibt und authentisch ihren Weg geht. Egal wie steinig, uneben und unperfekt dieser auf dem ersten Blick scheint.

Und damit fahre ich so viel besser, als ich es mit jeder noch so coolen und starken Fassade je könnte.

Remember,

„There´s always sunshine after the rain.“

16.10

Heute wache ich auf und plötzlich scheint, nach zwei Wochen Dauerregen, die Sonne wieder. Nicht nur draußen, sondern auch in mir.  Und es ist als ob jemand, im wahrsten Sinne des Wortes, das Licht eingeschaltet hat.

Und ich weiß, ich bin wieder auf dem richtigen Weg, weil ich wieder mehr ich selbst bin.

Nach dem Motto: Du hast deine Lektion gelernt, auf ins nächste Level!

„Wir bekommen nicht immer was wir wollen, aber immer was wir brauchen.“

 

Nichts hat sich geändert, außer meine innere Einstellung und Haltung zu mir selbst. Und doch hat sich damit meine ganze Welt verändert.

„Die große Herausforderung im Leben liegt darin, die Grenzen in dir selbst zu überwinden und so weit zu gehen, wie du dir niemals hättest träumen lassen.“

Farina

xx