Wie sehr habe ich mich auf diesen Urlaub gefreut! 10 Tage Portugal und damit Sonne, Strand, Meer und gaaanz viel gute Laune. Endlich mal abschalten und neu auftanken, um im September wieder richtig durchzustarten und da weiter zu machen, wo ich vor dem Urlaub aufgehört hatte.

Die Pause hatte ich auch bitter nötig, das hatte ich bereits gemerkt. Denn meine Produktivität wurde immer magerer und führte eher ins nichts, statt richtung Ziel. Meine Kreativität hatte mich auch schon längst verlassen und scheinbar bereits 2-3 Wochen vor dem eigentlichen Urlaub frei gemacht.

Und so war ich die letzten Wochen vor dem Urlaub, sowohl beruflich als auch privat, energetisch nur noch auf Sparflamme unterwegs. Während ich immer noch versuchte damit höchste Leistung abzurufen und meine geliebten 120% zu geben. Und so kam es wie es kommen musste. Im Urlaub wurde ich erstmal eine Runde krank und wurde nicht nur körperlich gezwungen nun aber wirklich mal Pause zu machen und runter zu kommen, sondern bekam gleich auch eine wichtige Erkenntnis mit auf dem Weg.

Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten, wie ein Maler von seinem Bild 

Kennst du das, wenn du Tage, Wochen oder sogar Monate so bestrebt auf etwas hinarbeitest und vollkommen im Flow bist.

Dass du irgendwann einfach nur noch machst und funktionierst, um eines Tages da zu sitzen und dein Schaffen der letzten Zeit zu hinterfragen, weil es sich plötzlich komisch und nicht mehr so gut wie anfangs anfühlt?

Seitdem ich Anfang des Jahres den Entschluss gefasst habe nach Australien zu ziehen, habe ich die letzten Monate wirklich alles dafür gegeben diesen Traum in die Realität umzusetzen. Ich habe mir mein genaues Ziel definiert und klar vor Augen geführt, habe alle nötigen und wichtigen Schritte eingeleitet, um meinem Ziel jeden Tag ein Stück näher zu kommen.

Immer und immer wieder- again and again.

Und plötzlich saß ich in Portugal am Strand und wusste nicht was los ist.

Warum ich mich so unwohl und überfordert fühlte.

Wieso ich so traurig und unzufrieden war, ohne dass es einen wirklichen Grund dafür gab. Denn hey, ich war im Urlaub!

Sollte es mir hier nicht ganz besonders gut gehen? Sollte ich nicht pure Freude und Glück empfinden hier zu sein und diese Zeit einfach nur genießen, um dann mit neuer Energie und Tatendrang dort weiterzumachen wo ich aufgehört hatte?

You wish!

Mal wieder sollte ich stattdessen etwas Wichtiges lernen und mich komplett neu sammeln, anstatt ohne nachzudenken und mit Voll Karacho weiterhin nach vorne zu preschen.

Und so saß ich da also, wie ein kleines Häufchen Elend und tat mir selbst leid. Weil ich absolut keine Ahnung hatte was eigentlich los war. Irgendwann fing ich an nach dem Auslöser meiner Gemütslage zu suchen und schaute mir die vergangenen Wochen rückblickend an, in denen sich scheinbar irgendetwas in mir verändert hatte und sich jetzt bemerkbar machte.

 

Und dabei wurde mir klar, dass nicht nur ich mich ziemlich stark verändert hatte, sondern auch meine Werte und Ansichtsweisen  bezüglich meiner Pläne, Ziele und Persönlichkeit.
Wo ich vor Monaten noch so bestrebt war eine der besten Makeup Artist in Sydney zu werden, groß Karriere zu machen und ganz weit vorne mitzuspielen, wünschte ich mir jetzt viel mehr genau das ein paar Gänge runter zu fahren. Und stattdessen meinen Blog und Youtube weiter aufzuziehen.

Wie es mein Job schon zeigt liebe ich das Schaffen und Kreieren von schönen Dingen und das wollte ich nicht mehr nur als Makeup Artist umsetzen.

Ich wollte beruflich alles etwas runter schrauben nicht mehr permanent 120% geben und mich an der Zukunft orientieren, sondern die Dinge die ich liebe wieder mehr leben, anstatt sie nur zu machen. If that makes sense…

Ich liebe z.B. das Schreiben! Es macht mir so viel Spaß und erfüllt mich, wenn ich über Dinge schreibe die mich bewegen und die dir Inspiration schenken, helfen oder einfach nur eine schöne Lektüre beim Frühstück oder vor dem Schlafengehen bescheren.:)

Und daher sollte mein Job zukünftig eher als Mittel zum Zweck dienen, um Geld zu verdienen und mich weiterhin flexibel in meiner zeitlichen Wochengestaltung zu halten und meine Kreativität auch in anderen Bereichen auszuleben.

Versteh mich nicht falsch, ich liebe meinen Job noch immer sehr. Aber ich liebe eben auch andere Dinge. Und zur Zeit möchte ich meine Kreativität und mein Schaffenskraft viel lieber dafür nutzen. Ich bin so dankbar so einen tollen Beruf zu haben, der mir genau das ermöglicht!

Selbstständig sein ist nicht immer easy, aber wenn ich die Möglichkeiten betrachte die es mir bietet, ist es noch immer die beste Entscheidung die ich in meinem Leben bisher getroffen habe. Denn die Freiheit, Flexibiiät und Freizeit, die mir mein Beruf ermöglicht ist für mich nach wie vor unbezahlbar!

Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit die uns etwas gibt.

Allerdings hatten sich nicht nur beruflich neue Werte entwickelt, sondern auch privat hatte ich jede Menge gelernt und mitgenommen. Was mir bewusst wurde, als ich mit ein paar getrockneten Kullertränen aufs Meer schaute. Und plötzlich merkte, wie es mir mit dieser Erkenntnis mit jede Sekunde besser ging.
Weißt du, es war mir immer schon wichtig voran zu kommen, mehr zu geben als andere, meine Ziele zu erreichen, stets bestrebt zu sein und mir das Leben aufzubauen von dem ich meinte, es würde mich glücklich machen, wenn ich es endlich lebe.

Wenn sich all meine harte Arbeit endlich auszahlt und ich meine Träume und Visionen leben darf. Wenn ich an der Spitze angekommen bin und nur noch mit Stolz und Freude, nach hinten blicke.

Weil ich dachte, dann habe ich es geschafft, erst dann bin ich glücklich. -Doch so funktioniert das nicht.

Wir sind nicht glücklich, wenn wir eine bestimmte Sache erreicht haben.

Wenn wir in unserem Traumland/unserer Traumstadt leben, wenn wir unsere Traumfigur erreicht haben,

wenn wir unser Wunschgehalt erarbeitet haben

und wir uns all die tollen Dinge leisten können, die wir immer schon haben wollten, weil wir dachten sie würden uns glücklicher machen.

Ja es ist toll seine Ziele und Träume zu erreichen und zu leben. Denn es erfüllt uns mit Stolz, Freude und Glück, weil wir tatsächlich etwas erreicht haben, von dem wir lange Zeit nur geträumt haben.

Aber sei dir bewusst, dass diese Gefühle nur temporär sind und dich auf Dauer nicht zufriedener machen werden.

Denn du bist entweder schon vorher glücklich, oder du wirst es mit allen erreichten Zielen und Wünsche nie sein.

Denn die Träume und Ziele die wir anstreben sind Dinge die im Außen passieren, sind Dinge die uns für den Moment mit Glück erfüllen. Aber sie werden nie so lang halten, wie wir es uns vorstellen, werden nie dauerhaft da sein.

Denn hast du die eine Sache erreicht, peilst du bereits die Nächste an. Weil du merkst, dass diese Art von Freude und Glück relativ schnell nachlässt und dann das leere Gefühl wiederkommt, welches du erneut füllen willst.

Und das machst du so lang bis du merkst, was dich im Leben wirklich glücklich und zufrieden macht, und zwar dauerhaft.

Bis du merkst, was wirklich für dich zählt.

Was dir wirklich wichtig ist und dich ausmacht und erfüllt.

Wer du bist und was du willst.

 Es gibt keinen Weg zum Glück, glücklich sein ist der Weg.

Meist ist es am Ende nicht viel, was uns dieses Gefühl beschert.

Oft sind es sogar die selbstverständlichsten Dinge, die direkt vor unseren Augen liegen und wahrscheinlich genau deshalb viel zu häufig übersehen und missachtet werden.

Wenn du das für dich erkannt hast wirst du merken, dass es egal ist was du im Außen erreichst denn dein Glück liegt längst in dir. Du bist bereits erfüllt von Freude Glück und Dankbarkeit für das, was dir dein Leben schenkt. Und alles was im Außen dazu kommt, ist plötzlich nur noch ein zusätzlicher Bonus, aber kein Lückenfüller mehr, kein Muss.

 

Wir sollten auf unserem Weg also regelmäßig anhalten, um zu schauen ob wir noch in die richtige Richtung gehen.

Ob unser Herz noch erfüllt ist und unsere Augen noch strahlen, wenn wir nur dran denken oder drüber sprechen.

Mir ist klar geworden, dass ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe, weil ich mir etwas weggerutscht bin auf meinem Weg ´nach oben´.

Weil ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr ganz in meiner Mitte war, da die Dinge die ich angestrebt habe mich nicht mehr erfüllt haben. Und sie an Wert verloren hatten und mir gleichgültig wurden. Weil es Werte waren, mit denen ich mich nicht mehr identifizieren konnte und die ich so nicht mehr vertreten konnte.

Denn in den letzten Wochen und Monaten in denen ich täglich mental bereits von Allem und Jedem Abschied genommen habe und mich auf Australien vorbereitet habe, ist mir bewusst geworden was wirklich für mich zählt.

Wenn du meinen letzten Blogbeitrag gelesen hast weißt du bereits, dass mir viele Dinge, bezüglich meines großen Traumes, auch Sorgen und Zweifel bereiten. Dass ich Unsicherheiten habe und oft auch Angst vor dem was kommt.

Doch genau diese haben mir in den vergangenen Monaten ermöglicht, bewusst im Hier und Jetzt zu leben. Den Moment voll auszukosten und die Zeit die ich hier noch mit meinen Freunden, meiner Familie und in meinem ´altenLeben´ habe, voll und ganz zu nutzen und fest in mein Herz zu schließen.

Damit ich etwas habe an das ich mich in schweren Zeiten erinnern kann, wenn es mir mal nicht so gut geht. Etwas das mir Halt und Zuversicht gibt und mich stärkt. Worauf ich mit einem Lächeln zurück schauen kann und das Gefühl wieder aufgreifen kann, welches mir die Erinnerung schenkt.

Glück kann man nicht kaufen und Liebe ist umsonst.

Aber gleichzeitig habe ich gemerkt, wie diese bewusst gelebten Momente das waren, was mich tatsächlich erfüllt.

Mir ist es nicht mehr wichtig die Beste in meinem Job zu sein, ganz nach oben zu kommen und ein Highlife zu leben.

 

Mir ist es nicht mehr wichtig nach außen hin zu präsentieren, wer ich bin und was ich alles kann oder schon erreicht habe.

Und mir ist es auch nicht mehr wichtig, dieses eine Ziel zu erreichen und diesen einen Status zu erzielen.

Das sind nun vielmehr schöne Nebeneffekte in meinem Leben.
Was mir stattdessen wichtig ist, sind zu aller erst meine Familie und meine Freunde. Die Momente und Zeit die ich mit ihnen erleben und verbringen darf.

Die Freude und das Glück, welche ich in mir trage wenn wir lachen, Spaß haben, füreinander da sind, neue Erinnerungen schaffen.

-Und sei es nur ein gemütlicher Mädelsabend im kleinen Kreis. Oder ein sonst so lästiges Familientreffen, das man am liebsten verschieben würde.-

Das Gefühl im Hier und Jetzt zu leben, jeden Moment voll auszukosten und zu genießen, erfüllt mich und macht mich glücklich.

Und zwar innerlich. Und genau deshalb schenkt es mir so viel mehr, als all die Dinge die ich im Außen angestrebt habe jemals könnten.

Was macht dich glücklich und erfüllt dein Herz?

Farina xx