„Lohnt es sich, nach Indien zu reisen ?“

Eben erreichte mich die Frage, ob ich Indien, als Reiseziel, empfehlen kann.

Ich musste nicht lange zögern, um zu antworten:

Ja, wenn man offen für Neues und Abenteuer ist. Wenn man bereit ist, eine völlig andere Kultur kennenzulernen. Und Hindernisse und Schwierigkeiten, genauso annimmt wie die schönen und einzigartigen Momente, und Erlebnisse, die einem hier geboten werden.

Denn wenn Indien eines ist, dann ist es vielseitig. 

Und eben alles, von allem. 

Hier bekommst du nicht das eine oder das andere. 

Im Gegenteil, hier findest du das Glück direkt neben deinem Pech. Das Wunderschöne, neben abgrundtief Hässlichem.

Die faszinierende, so andere Kultur, gepaart mit all ihren unschönen Seiten. Die wir Europäer gern, von vornherein ablehnen und verteufeln.

Als ich das erste mal indischen Boden betrat, spürte ich diese Gegenteiligkeit auch in mir.

Ich freute mich auf all die neuen Abenteuer und wundervollen Eindrücke Indiens. Die Kultur und darauf, Land und Leute kennenzulernen.

Und gleichzeitig, war ich voller Zweifel, Angst und Sorge, ob wir uns mit diesem Land, nicht zu viel zumuten. 

Ob wir unsere Reise nicht langsamer hätten angehen sollen. Im vertrauteren, gewohnteren Umfeld. Eben etwas westlicher, sicherere und schöner.

 

Zu viel hatte man gehört, zu präsent waren all die unschönen Geschichten und Erfahrungen, anderer Touristen und medialer Konsumenten, die vorab mit uns geteilt wurden.

Und was macht man, wenn man selbst keine Ahnung hat? Man glaubt und vertraut, oder man erlaubt sich selbst, völlig unbefangen, seine eigenen Erfahrungen zu machen.

Weil wir wussten, dass letzteres wohl die bessere Wahl ist, als den Geschichten vom Bruder, der Cousine, eines bekannten Freundes, zu vertrauen.

Natürlich ist das nicht leicht. Zu gern bleibt man in seiner Komfortzone und macht das, was einem ersten Moment am einfachsten scheint, nämlich nichts.

Man betrachtet und fällt ein Urteil, ohne auch nur einen Hauch eigener Erfahrung und Energie mit einzubringen.

„ Das Leben ist dazu da, um gelebt zu werden.“

Aber das ist nicht das Leben. Das wäre nur das stille Beobachten, aus der hintersten Ecke, der Tribüne des Lebens. In der Hoffnung von hier einen Blick auf das zu erhaschen, was einem selbst zu groß und riskant erscheint. Und dennoch fasziniert stauen und, nach mehr, verlangen lässt.

Die wundervolle Süße des Lebens.

Die dir im Austausch eines risikoreichen, abenteuerlichen und völlig anderen Lebens, die wunderschönsten Erfahrungen und Erlebnisse bietet. Die uns am Ende zum Storyteller werden lassen.

Und unsere Seele erfüllt.

Denn mal ehrlich, welche Momente deines Lebens hast du fest in deinem Herzen gespeichert?

Deine immer gleichen Routine, die du täglich abspielst. Welche dir keinerlei Veränderung und Wachstum, geschweige denn Herausforderung und Spannung bietet.

Oder sind es die Momente, die oft völlig unerwartet kamen. Vielleicht auch erst viel zu groß und unüberwindbar schienen. Oder Erfahrungen, für die du dich nie allein entschieden hättest, weil du eher Typ – Komfortzone bist. Und Angst hattest zu viel riskieren zu können. 

Und sie dir, am Ende, jedoch völlig neue Türen geöffnet haben.

Und dir gezeigt haben, dass das Leben dir so viel mehr zu bieten hat, als du bisher zu leben bereit warst. 

„ Life is about taking risks and stepping out of your comfort zone, to get to taste the true sweetness of life.“

Ich bin mir sicher, dass die meisten Frauen sich gegen eine natürliche Geburt entscheiden würden, hätten sie vorher gewusst wie schmerzvoll diese sein kann.

Und dennoch würden mindestens genauso viele, es wieder und wieder tun. 

Warum? 

Weil die bedingungslose Liebe zum Kind, die wohl größte Belohnung ist, die sie sich je hätten vorstellen können.

Sie würden also selbst den größten Schmerz erneut auf sich nehmen, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass der Einsatz, wie groß er auch scheint, nichts ist. Im Vergleich  zu dem, was sie im Gegenzug erhalten.

Die reinste und schönste Liebe der Welt.

So sehe ich auch diese Erfahrung.

Täglich erleben wir neue Abenteuer. Machen wir unschöne Erfahrungen, die anstrengend und kräftezehrend sind. Aber gleichzeitig, vor allem eines tun;

die schönsten Erlebnisse schenken.

Alles ist so nah beieinander in Indien.

 

Die Armut,

der Reichtum,

das Schöne,

das Schlechte,

das Traurige und Wunderschöne.

Aber das macht es so spannenden und faszinierend.

Eben weil es so anders ist, ist es so bereichernd.

Wenn man bereit ist, sich all dem hinzugeben.

Erwartet einem, im Gegenzug,

„The beautiful sweetness of life.“

Ob es dir das Wert ist, darfst du selbst entscheiden. 

xx Farina 

Was denkst du dazu. Und wärst du bereit das Risiko einzugehen ? 

Auf Instagram teilen wir all unsere Reiseeindrücke mit  dir. Hier findest du auch unseren aller ersten Indien Vlog, über Land und Leute.